Somatopsychik

Was verstehen wir unter psychosomatischer Gesundheitsentwicklung? Die Psychosomatik betrachtet in erster Linie die Auswirkungen von seelisch-geistigen Prozessen auf den Körper. Vielfach wird dies als eine Art Einbahnstraße verstanden: Psychische "Ursachen" münden linear-kausal in körperliche Beschwerden. Diese Sicht wird von Betroffenen häufig so interpretiert, dass sie inkompetent seien, etwas falsch machten und an ihren körperlichen Symptomen selbst schuld seien. Das sehen wir anders.

In der sysTelios Klinik haben wir ein grundlegend breiteres Verständnis von Psychosomatik. Auch alle somatischen, das heißt körperlichen Veränderungen haben ihrerseits Auswirkungen auf die Psyche. Wir gehen von kontinuierlichen, zirkulären Wechselwirkungen zwischen seelisch-geistigen und körperlichen Prozessen aus, die auch vom jeweiligen Kontext beeinflusst werden. Deshalb ist für uns ein achtungsvoller, ganzheitlicher Blick auf dieses Zusammenspiel wichtig.

Die meisten psychosomatischen Probleme werden vor allem als körperliche Beschwerden erlebt. Dementsprechend wird eine Lösung der Probleme mit einer Verbesserung der körperlichen Symptomatik in Verbindung gesetzt. Daher gibt es für die Betroffenen oftmals eine gewisse Vorrangigkeit des körperlichen Erlebens. Um dem gerecht zu werden und um die individuellen Perspektiven und Erklärungsmodelle zu respektieren, verwenden wir in der sysTelios Klinik den Begriff Somatopsychik.

Wir unterstützen die Klienten dabei, bewusst-willentlich einen hilfreichen inneren Dialog und eine Kooperationsbeziehung mit dem eigenen Körper als "freundschaftlichem Partner" aufzubauen – mit Achtung und Achtsamkeit für dessen Klugheit. Auf diese Weise kann auch das Erleben von Selbstachtung, Selbstwertgefühl und innerem Frieden gestärkt werden.

Der Somatopsychik-Ansatz ist in der sysTelios Klinik in den gesamten Therapieprozess integriert. In unseren Somatopsychik-Gruppen werden spezifische Symptombilder wie zum Beispiel Schmerz, Tinnitus, Asthma, Reizdarm oder Allergien vertieft betrachtet. Psychosomatische Gesundheitsentwicklung kann somit auch bedeuten: somatopsychische Gesundheitsentwicklung.